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21.04.2009 - Kleine Veränderung, große Wirkung

"Lehrerraumprinzip" an der Otto-Hahn-Realschule

Selm, 21.04.2009
Ganz so groß hört sich die Veränderung nicht an. Statt der Lehrer, die Schulstunde für Schulstunde den Unterrichtsraum wechseln, tun das an der Otto-Hahn-Realschule die Schüler. „Lehrerraumprinzip” nennt sich  das, im Gegensatz zum sonst üblichen Klassenraumprinzip.
Auf den ersten Blick erstaunlicher sind die Auswirkungen dieser kleinen Veränderung: eine effektivere Nutzung der Unterrichtszeit und eine spürbare Qualitätsverbesserung des Unterrichts haben die Selmer Pädagogen der Hahn-Realschule festgestellt.
Mit Beginn dieses Schuljahres hat die Realschule das neue Prinzip eingeführt. Natürlich gab es am Anfang kleinere Schwierigkeiten – das Gedränge in den Fluren war anfänglich groß, manch ein Fünftklässler hatte mit der Orientierung zu kämpfen –, doch die sind mit der Zeit verschwunden. „Die Umstellung hat sich bewährt”, ist sich Dr. Rainer Fiesel, der Schulleiter, sicher. Nach dem Schuljahr wollen die Selmer per Schulkonferenz darüber beraten, ob aus dem einjährigen Test ein Modell auf Dauer werden soll. Zuvor werden Eltern und Schüler befragt.
Es sind zunächst die Vorteile, die auf der Hand liegen: Jeder Raum ist nun ein „Fachraum”, in dem die für den Unterricht benötigten Medien schon vorhanden sind und nicht umständlich hergeschafft werden müssen. „Dadurch kann die Schulstunde effektiver genutzt, der Unterricht abwechslungsreicher gestaltet werden”, so Bendedikt Striepens, Musiklehrer an der Realschule. Auch die statistisch unfallträchtigste Zeit des Schultages, die Fünf-Minuten-Pause, in der Schüler zumeist unbeaufsichtigt in den Räumen sind, wird entschärft. Außerdem: „Die Lehrer bleiben in ihren Räumen und sind so jederzeit für die Schüler ansprechbar”, so Striepens.
Nicht jeder Vorteil ist aber auch einer für die Schüler: Zeit, um zwischen den Schulstunden mal eben die Hausaufgaben abzuschreiben, ist kaum noch da. Was pädagogisch durchaus gewollt ist.